Elektrotherapie

Als Elektrotherapie wird die Anwendung von elektrischen Strömen unterschiedlicher Frequenzen zu therapeutischen Zwecken bezeichnet. Diese Therapieform ist eine sehr gute Ergänzung zur Massage, wenn es um Schmerzlinderung, vegetative Stimmulation, Muskeltonusregulation, Stoffwechselsteigerung oder Flüssigkeitsverschiebung geht.

Die Anwendungen erfolgen nach ärztlicher Anweisung! (Überweisung erforderlich)

Zur Verwendung kommt ein modernes Gerät der Firma Enraf- Nonius Serie 6.

Als Ultraschall werden Schallwellen mit Frequenzen oberhalb des hörbaren Bereichs (20 kH) bezeichnet. Bei der Ultraschalltherapie werden Frequenzen von 1 MHz und 3 MHz verwendet. Elektrische Energie wird in mechanische Wellen umgewandelt und bewirkt im Gewebe Kompression und Expansion. Das heisst: Überdruck und Unterdruck wechseln sich ab.

Die Wirkung entsteht durch einen

  • mechanischen Effekt: Kompression und Expansion bewirken eine Zug- und Druckbeanspruchung (Mikromassage) im Gewebe. es entsteht eine intrazelluläre Reizwirkung, die Durchlässigkeit der Zellmembran und der Stoffwechselaustausch steigt. Jeder Punkt im Schallkopf stößt das nächste Teilchen im Medium an, wodurch sich eine Vibrationswirkung ergibt.
  • thermischen Effekt: Wärme entsteht über die Reibung durch Reflexion, Absorbtion und die Streuung der Schallwellen. Die Folgen sind: Stoffechselsteigerung, Durchblutungsförderung, Permeabilitätssteigerung der Zellmembran, Schmerzlinderung, Senkung des Muskeltonus, Erhöhung der Bindegewebselastizität.

Daraus ergeben sich folgende Indikationen:

Erkrankungen der Knochen, Sehnen, Knorpel, Bänder, Muskeln und Kapseln.
z.B.:

  • Posttraumatische Zustände (Distorsionen, Luxationen, Kontusionen, Frakturen)
  • Arthrosen, Arthritis
  • Tendiniden, Tendopathien (z.B.: Achillessehnenreizung, Tennisellbogen, M. Dupuytren)
  • Narbenbehandlung
  • myofasciale Triggerpunkte
  • verspannte Muskulatur, Muskelzerrungen, Myalgien
  • Fibrosen bei Lymphödemen
  • Stimmulation der Kallusbildung nach Frakturen
  • Periarthropathien

Diese Anwendung kann mit dem dynamischen Ultraschallkopf, dem statischen Ultraschallkopf oder subaqual (unter Wasser) angewandt werden.

Behandlungsdauer:  je nach Größe des Behandlungsareals 3 bis 15 Minuten

Behandlungshäufigkeit:  bei akuten Beschwerden täglich, bei chronischen Beschwerden 3 mal pro Woche

Eine Behandlungsserie umfasst 10 - 12 Behandlungen.

ist ein niederfrequenter Rechteckimpulsstrom mit 2 ms Impulsdauer und 5 ms Pausendauer. Die Frequenz beträgt 143 Hz. Diese Stromart hat einen "massierenden" Effekt und eine sehr gute und schnell einsetzende schmerzlindernde Wirkung.

 

Indikationen:

 

  • chronische degenerative / traumatische Schmerzzustände an den Gelenken und der Wirbelsäule
  • segmentale Störungen
  • Bindegewebsveränderungen

Behandlungsdauer: 15 - 45 min, eine Serie von sieben Behandlungen sollte ausreichen.

Mit Hilfe von Gleichstrom wird ein verordnetes ionisierbares Medikament in die Haut geschleust. Die Medikamentenionen wandern unter dem Stromfluß zum Pol entgegengesetzter Ladung, bilden in der Hornhaut Depots bzw. werden sie auch über das Blutgefäßsystem weitertransportiert.

 

der Vorteil der Iontphorese liegt in der länger andauernden Wirkung der Medikamente als beim Einreiben auf der Haut, es wird gleichmäßiger verteilt und intensiviert. Innere Organe werden weniger belastet als bei oraler Einnahme, da der Gastrointestinaltrakt umgangen wird.

 

Indikationen:

 

Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates degenerativer oder traumatischer Ursache z.B.

 

  • Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündung)
  • Hämatome
  • Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Arthritis

 

Behandlungsdauer: 15 - 20 Minuten

Der galvanische Strom ist ein Gleichstrom und hat eine Frequenz von 0 Hz.

Die Wirkung entsteht durch Ionenverschiebung (Anionen wandern zur Anode, Kationen zur Kathode) im durchströmten Gebiet. Die Folgen sind erhöhte Durchblutung, Stoffwechselanregung, Schmerzlinderung. Die Galvanisation kann auch die Bereitschaft Reize zu beantworten (=Erregbarkeit) entscheidend verbessern und ist somit auch als Basisbehandlung in der Lähmungstherapie vor der selektiven Muskelreizung sehr gut geeignet.

Indikationen:

  • Neuralgien
  • Myalgien
  • Arterielle Durchblutungsstörungen (Stadium 1 und 2)
  • spastische nd schlaffe Lähmungen
  • Senkung oder Steigerung des Muskeltonus
  • schlecht heilende Wunden oder Knochenbrüche

Behandlungsdauer:  15 - 20 Minuten

Ist eine Reizstromtherapie, bei der es durch diagonales Anlegen zweier mittelfrequenter Stromkreise unterschiedlicher Frequenz zur Interferenz (Überlagerung) kommt. Der Vorteil dieser Stromart liegt in der ausgeprägten Tiefenwirkung bei minimalem Hautreiz. Sie spüren ein angenehmes Kribbeln.

 

Indikationen:

 

  • schmerzhafte Muskelverspannungen
  • Arthrosen
  • Distorsionen
  • Kontusionen
  • Luxationen
  • schlecht heilende Ulzera
  • verzögerte Knochenheilung
  • Durchblutungsstörungen

Behandlungsdauer: 10-15 min